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Beispiel-Case. Stadt real, Abläufe und Zitate exemplarisch, nicht freigegeben.
Bürgerservice & Fachverfahren

Freiburg testet einen KI-Assistenten für den Bürgerdialog, vorsichtig.

Freiburg wollte die Servicehotline entlasten, ohne Bürgerinnen und Bürger an eine unausgereifte KI zu verweisen. Dr. Nadine Bergmann schildert, wie die Stadt einen Dialog-Assistenten geprüft, eng begrenzt eingeführt und unter Beobachtung hält.

Verwaltung
Wappen FreiburgFreiburg
Stadtkreis, Baden-Württemberg · 230.000 Einwohner
Schildert
Dr. Nadine Bergmann
Stabsstelle Digitalisierung
Geprüftes Tool
D
Dialog-Assistent(Profil in Vorbereitung)
Bürgerservice & Fachverfahren
Stadtansicht von Freiburg
Auswahlphase
5 Monate, inkl. Datenschutz-Folgenabschätzung
Pilot
20 häufige Anliegen, 1 Fachbereich
Betrieb
Server in Deutschland, keine Weitergabe an Dritte
Eskalation
Übergabe an Mitarbeitende jederzeit
Im Pilot seit
Anfang 2026

„Wir wollten keine KI, die alles beantwortet. Wir wollten eine, die weiß, wann sie an einen Menschen übergibt."

Dr. Nadine Bergmann, Stabsstelle Digitalisierung

Ausgangslage

Die Servicehotline beantwortete über den Tag immer wieder dieselben Fragen: Abfuhrtermine, Öffnungszeiten, welches Formular wohin gehört, wie ein Termin zu buchen ist. In Stoßzeiten stiegen die Wartezeiten, und qualifizierte Beschäftigte verbrachten viel Zeit mit Auskünften, die auch vorab beantwortbar gewesen wären. Die Idee eines Assistenten lag nahe, die Skepsis war groß.

Die Prüfung

Die Stadt ging an die Auswahl nicht über den Funktionsumfang, sondern über die Grenzen. Die zentrale Frage lautete, was passiert, wenn der Assistent etwas nicht weiß, und wo die Daten bleiben.

  • Datenhaltung in Deutschland, keine Nutzung der Bürgeranfragen für Modelltraining
  • Antworten strikt gebunden an geprüfte städtische Inhalte, keine freie Texterzeugung
  • Datenschutz-Folgenabschätzung vor dem Pilot, Personalrat von Anfang an einbezogen
  • Jederzeit nachvollziehbare Protokolle und eine klare Eskalation an Mitarbeitende
  • Barrierefreie Nutzung und eine deutliche Kennzeichnung als Assistent, nicht als Mensch

Der Pilot lief sechs Wochen mit einem bewusst engen Themenbereich. Der zuständige Fachbereich las die Antworten des Assistenten gegen und meldete zurück, wo sie unscharf oder falsch waren. Erst danach entschied die Stadt über einen begrenzten Echtbetrieb.

Warum es passte

Ausschlaggebend war, dass die Antworten an geprüfte Inhalte gebunden blieben, statt frei formuliert zu werden. Der Assistent gibt zu, wenn er etwas nicht sicher weiß, und übergibt dann an einen Menschen. Der Betrieb in Deutschland und die klaren Protokolle machten die Datenschutz-Folgenabschätzung handhabbar. Die Stadt verstand die Lösung von Anfang an als Ergänzung der Hotline, nicht als deren Ersatz.

Die Einführung

Der Echtbetrieb startete klein: 20 der häufigsten Anliegen, ein Fachbereich, deutlich sichtbar als Assistent gekennzeichnet. Wer tiefer gehende Fragen hat oder lieber mit einer Person spricht, wird ohne Umweg weitergeleitet.

„Hätten wir mit hundert Themen gestartet, wären wir an der Pflege gescheitert. Zwanzig gut gepflegte Antworten sind mehr wert als hundert halbgare."

Dr. Nadine Bergmann

Betrieb und Betreuung

In den ersten Monaten sah der Fachbereich jede Woche die geführten Dialoge durch, pflegte die Wissensbasis nach und beobachtete, wie oft der Assistent danebenlag. Eine Ausweitung auf weitere Themen ist geplant, aber an Freigaben geknüpft: Jeder neue Bereich wird erst geprüft, bevor der Assistent ihn beantwortet. Ob und wie weit ausgeweitet wird, ist eine bewusste Entscheidung, die noch offen ist.

Weitere Anwendung

Andere Verwaltungen, andere Wege