Wer Software-Strategien für die kommunale Ebene plant, sollte zuerst die Ausgangslage realistisch beschreiben. Wir haben das getan — und drei Realitäten herauskristallisiert, die in keiner Strategie auftauchen, aber jeden Implementierungserfolg bestimmen.
Realität 1: Personalmangel ist Software-Mangel
Wer keine IT-Stelle besetzen kann, hat keine Software-Strategie. So einfach. Knapp ein Drittel der von uns befragten Kommunen unter 10.000 Einwohnern hat aktuell keine besetzte IT-Stelle. Externe Dienstleister füllen die Lücke — aber nicht für strategische Entscheidungen.
Realität 2: Förderprogramme passen oft nicht zur Praxis
Förderprogramme verlangen Co-Finanzierung, Eigenanteile und vorgegebene Berichtsformate. Für kleine Kommunen ist der administrative Aufwand oft höher als der Nutzen. Mehrere Bürgermeisterinnen sagten uns: „Wir verzichten lieber auf 50.000 Euro Förderung als auf 200 Stunden Verwaltungsarbeit."
Realität 3: Kollektive Lösungen scheitern an unterschiedlichen Reifegraden
Inter-kommunale Kooperationen sind gut gemeint, aber selten gut gemacht. Wenn eine Kommune bereits ein Fachverfahren etabliert hat und die Partner-Kommunen noch nicht, entstehen unauflösbare Migrations-Konflikte.