SupertoolsBeta
Schwerpunkt · Kommunen

Wo Kommunen 2026 wirklich stehen — drei Realitäten, die Strategien gerne ausblenden

Eine ehrliche Bestandsaufnahme: nicht alle Kommunen können gleichermaßen digital. Wir haben mit Bürgermeisterinnen, Hauptamtsleitern und Kämmerern in 22 Verwaltungen gesprochen — und drei wiederkehrende Realitäten dokumentiert.

Markus Beck
Markus Beck
Editor · IT-Architektur
Kommunalverwaltung in einer mittelhessischen Stadt

Wer Software-Strategien für die kommunale Ebene plant, sollte zuerst die Ausgangslage realistisch beschreiben. Wir haben das getan — und drei Realitäten herauskristallisiert, die in keiner Strategie auftauchen, aber jeden Implementierungserfolg bestimmen.

Realität 1: Personalmangel ist Software-Mangel

Wer keine IT-Stelle besetzen kann, hat keine Software-Strategie. So einfach. Knapp ein Drittel der von uns befragten Kommunen unter 10.000 Einwohnern hat aktuell keine besetzte IT-Stelle. Externe Dienstleister füllen die Lücke — aber nicht für strategische Entscheidungen.

Realität 2: Förderprogramme passen oft nicht zur Praxis

Förderprogramme verlangen Co-Finanzierung, Eigenanteile und vorgegebene Berichtsformate. Für kleine Kommunen ist der administrative Aufwand oft höher als der Nutzen. Mehrere Bürgermeisterinnen sagten uns: „Wir verzichten lieber auf 50.000 Euro Förderung als auf 200 Stunden Verwaltungsarbeit."

Realität 3: Kollektive Lösungen scheitern an unterschiedlichen Reifegraden

Inter-kommunale Kooperationen sind gut gemeint, aber selten gut gemacht. Wenn eine Kommune bereits ein Fachverfahren etabliert hat und die Partner-Kommunen noch nicht, entstehen unauflösbare Migrations-Konflikte.

Markus Beck
Über die Autor:in

Markus Beck

Editor · IT-Architektur

Ehemaliger CIO einer Mittelstadt. Schreibt über kommunale IT-Architektur und Cloud-Strategien.